Blaserturm Banner
Pressemitteilung vom 17.9.2025
Kletteraktivist*innen prangern “Klimakonsens-Lüge” mit Banner am Blaserturm an
“6 Jahre Klimakonsens: – kein Geld – kein Wille ⇒ Klima-Hölle” ist am heutigen Morgen (17.9.2026) in großen Lettern am Ravensburger Blaserturm zu lesen. Bereits im Frühjahr 2025 hängte eine Gruppe Klimaaktivist*innen ein riesiges Banner am Untertor auf und im Mai 2025 warnten sie erstmals auf dem Blaserturm - dem ehemaligen Feuerwachenturm - vor der brennenden Klimakrise: “Wir schlagen Klima-Feuer-Alarm”, erklären die Aktivist*innen.
2020 verabschiedete der Gemeinderat einstimmig den Ravensburger Klimakonsens. Dann passierte lange nichts. Das Umweltamt klagte immer wieder über zu wenige Stellen. Der Gemeinderat antwortet auf die Kritik mit der Streichung von zwei der vier Stellen. Außer der Fernwärme, die mit erneuerbarer Energie betrieben werden soll, ergriff die Stadt bisher keine nennenswerten Aktionen, um die selbst gesteckten Klimaziele zu erreichen.
Dass Ravensburg die selbst gesteckten Klimaziele so katastrophal verfehlt, liegt nicht an höheren Mächten, sondern allein an fehlendem politischen Willen. Und das obwohl sich der Gemeinderat einstimmig zum Klimakonsens verpflichtet hat und Klimaschutzmaßnahmen längst von der Mehrheit der Bevölkerung begrüßt werden.
“Herr Rapp hat die Chance, ein Klima-Bürgermeister zu werden, verpasst und 6 Jahre lang zusammen mit großen Teilen des Gemeinderats nur Verbal-Ökologie betrieben”, so Jürgen Pfeffer (78).
Im Wahlkampf zum Oberbürgermeister im Frühjahr 2026 erreichte Herr Rapp - teilweise auch wegen seiner schlechten Klimapolitik - nur 76 statt den erwarteten über 90 Prozent der Stimmen.
Nach der Wahl behauptete Baubürgermeister Bastin der Klimakonsens werde “mitnichten aufgekündigt oder infrage gestellt” - erklärte aber gleichzeitig, das zentrale Ziel der CO2-Neutralität bis 2040 aus dem Beschluss streichen zu wollen. “Ohne Klimaziele ist der Klimakonsens nichts - faktisch hat der Herr Bastin also doch vor, den Klimakonsens zu streichen”, so Samuel Bosch von der Aktionsgruppe.
Die Aktivist*innen fordern zudem auch höhere Steuern für groß verdienende und große Unternehmen. Diese hätten schließlich entscheidend von der bisherigen, klimaschädlichen Wirtschaftsweise profitiert. Zudem müsse Klimaschutz beim Haushalt priorisiert werden: “Ravensburg ist eine reiche Stadt. Klimamaßnahmen würden dafür sorgen, dass das so bleibt, da sie langfristig Klimafolgekosten in Milliardenhöhe einsparen und uns unabhängig machen”, meint Aktivistin Kiki Köffle (22). “Alle notwendigen Maßnahmen lassen sich mit höheren Steuern auf ansässige Großverdiener und große Unternehmen gut finanzieren.”
“Das ist ein Armutszeugnis für die Glaubwürdigkeit dieser Politik. Wir alle haben diesen Sommer einmal mehr gespürt, dass die Klimakrise hier und jetzt stattfindet und insbesondere für ältere Menschen ein großes Problem darstellt. Angesichts reihenweise gerissener Hitzerekorde ist die Untätigkeit der Stadt einfach frech”, so Bosch.
" ‘The house is on fire’ – das hat Greta Thunberg vor Jahren gesagt, und es ist aktueller denn je. Darum möchten wir am Blaserturm, dem Feuermeldeturm Ravensburgs, Alarm schlagen."
Geschichte des Klimakonsens:
Am 27. Juli 2020 beschloss der Gemeinderat der Stadt Ravensburg einstimmig den Klimakonsens. Neben konkreten Verbesserungen in den Bereichen Mobilität, Gebäude, Bewusstseinsbildung und Kompensation wurde vor allem beschlossen, den CO₂-Ausstoß in Ravensburg ab sofort pro Jahr um 13 Prozent zu reduzieren. Das wäre laut den Scientists for Future der notwendige und faire Beitrag der Stadt zum weltweiten Klimaschutz. Nach 6 Jahren, also jetzt, würde das eine Reduktion um mehr als die Hälfte bedeuten. Tatsächlich gibt es bis heute keine nennenswerte Reduktion des CO₂-Ausstoßes. Stattdessen werden Stellen gestrichen, Maßnahmen blockiert und Chancen nicht wahrgenommen. Seitdem ist die Klimakrise sogar in Ravensburg vor unser aller Augen deutlich spürbar geworden. Es gab 2026 allein bis 2. August 12.500 Hitzetote in Deutschland.
Forderungen der Ravensburg-Klimagerecht-Kampagne:
https://rav-klima-gerecht.de/